Frankfurt 1880 startet wieder als Maßstab in die Bundesliga. Sechs Meisterschaften in Serie und zwei Pflichtspiele in der Ascent Rugby Series geben dem Titelverteidiger schon vor dem ersten Ligawochenende einen Vorsprung im Rhythmus. Dahinter ist vieles in Bewegung: Neuenheim beginnt einen neuen Zyklus, die RGH wächst, der HRK vertraut weiter auf seine junge Mannschaft und Hannover 78 sucht unter Mark Kuhlmann Konstanz. 

Weiter unten beginnt die Saison mit anderen Fragen. Berlin und Luxemburg kommen aus einem späten Kampf um den Klassenerhalt. Germania List will nach Platz acht nach oben, Handschuhsheim setzt seinen Umbruch fort. München vertraut auf einen breiten Kader und die eigene Jugend. Die Ausgangslagen unterscheiden sich deutlich. Genau das macht den ersten Spieltag zum frühen Belastungstest.

Frankfurt 1880

Frankfurt 1880 beginnt die Bundesliga dort, wo der Klub seit Jahren steht: deutlich vor allen anderen. Sechs deutsche Meisterschaften in Serie hat 1880 inzwischen gewonnen. Auch die Vorbereitung unterscheidet sich von der Konkurrenz. Frankfurt hat bereits zwei Pflichtspiele in der Ascent Rugby Series absolviert. Auf das 91:8 gegen den tschechischen Meister Tatra Smíchov folgte ein 14:10 gegen die Dukes in den Niederlanden.

Gerade dieser Vorsprung im Rhythmus gefällt Byron Schmidt. „Unsere Saison hat eigentlich schon begonnen“, sagt der Trainer. Mit den beiden Auftritten in der Ascent Rugby Series sei er sehr zufrieden. Besonders der Sieg bei den Dukes habe der Mannschaft viel bedeutet. Nun folgt am Samstag der Bundesligaauftakt beim Heidelberger RK.

Dort erwartet Schmidt erheblich mehr Widerstand, als die Kräfteverhältnisse der vergangenen Saison vermuten lassen. Schon damals hielt der junge HRK Frankfurt eine Halbzeit lang bei 5:5. „Wir erwarten ein hartes Spiel, gerade dort in Heidelberg“, sagt Schmidt. Der HRK verfüge über einige starke Nationalspieler. Frankfurt richtet den Blick trotzdem vor allem auf sich selbst. „Wir wollen uns gegenüber unserer letzten Leistung weiter verbessern.“

Am Kader hat sich wenig verändert. Genau darin liegt eine weitere Stärke des Meisters. Der Kern der Mannschaft ist geblieben. Dazu kehren mit Anton Rupf und Lukas Deichmann zwei Spieler zurück, die einige Jahre nicht für Frankfurt gespielt hatten. Schmidt freut sich darauf zu sehen, „was sie unserer Mannschaft geben können“. Viel umbauen muss er nicht. Die Mannschaft, an der sich die Bundesliga seit Jahren misst, ist weitgehend dieselbe geblieben.


SC Neuenheim

Der SC Neuenheim beginnt nach der Vizemeisterschaft einen Neuaufbau. Neun Spieler haben den Kader verlassen oder ihre Laufbahn beendet. Dazu gehören Felix Lammers und Luke Wakefield sowie William Portillo. Paul Weiss wechselt vom Feld in den Trainerstab. Cheftrainer Alexis Michel spricht deshalb von einem „neuen Zyklus für die Mannschaft und den Verein“.

Zu diesem Einschnitt passte eine kurze Vorbereitung. Viele Spieler konnten erst in den vergangenen zwei Wochen regelmäßig trainieren. Ein Testspiel kam nicht zustande. Entsprechend nimmt Michel auch das Derby gegen die RG Heidelberg zum Auftakt. „Wir gehen ohne Druck hinein“, sagt er. Ihn interessiert zunächst, „was die Mannschaft produziert, wo wir gerade stehen und woran wir arbeiten müssen“.

Personell hat Neuenheim dennoch kräftig nachgelegt. Acht Spieler sind neu. Alex Ganzberger kommt von Donau Wien. Der 21 Jahre alte österreichische Nationalspieler kann im Innendreiviertel und auf dem Flügel spielen. Michel hält ihn für „sehr vielversprechend“ und wartet darauf, „was er in der Bundesliga zeigen kann“.

Noch mehr Erfahrung bringt Manuel Covella mit. Der 35 Jahre alte Argentinier spielte in Frankreich und Italien sowie in Irland. Dazu kommt eine Saison bei den Dallas Jackals in der Major League Rugby. Für Michel soll der Innendreiviertel vor allem der jungen Hintermannschaft helfen. „Seine Erfahrung wird sehr wichtig sein.“

Auch im Sturm kommt Qualität hinzu. Lucas Daujam ist 23 Jahre alt und spielte in Frankreich im Nachwuchsbereich von Grenoble und Toulon. In Neuenheim soll er als Prop Wirkung entfalten. „Wir freuen uns darauf zu sehen, welchen Einfluss er auf unsere Mannschaft haben wird“, sagt Michel.

Diese Mischung ist gewollt. Michel spricht von jungen Spielern mit Entwicklungspotential und erfahrenen Kräften. Mit Weiss und Shalva Didebashvili bekommt er zudem zwei neue Assistenztrainer. Einen Tabellenplatz nennt der Franzose nicht. Der SCN soll die neuen Spieler schnell einbinden und „gutes Rugby von hoher Qualität“ spielen. Nach einem Sommer mit neun Abgängen beginnt der Vizemeister damit fast von vorn.


Heidelberger Ruderklub

Beim Heidelberger Ruderklub bleibt Jugend Programm. Die Mannschaft hat in der vergangenen Saison gezeigt, wie hoch ihr Niveau liegen kann. Sie hat aber auch gegen Berlin und Luxemburg verloren. Trainer Steffen Liebig formuliert die Aufgabe deshalb knapp: „Für uns gilt es daher erwachsen zu werden und konstanter unser Potenzial auszuschöpfen.“

Auch die Sommervorbereitung verlief erneut unruhig. Viele Spieler nutzten Schulferien und Semesterferien für Urlaub. Erst seit der vergangenen Woche konnte der HRK geschlossen arbeiten. Dazu gehörten ein Trainingscamp und eine gemeinsame Einheit mit der RG Heidelberg. Zum Auftakt wartet nun Meister Frankfurt 1880. Liebig sieht den Gegner durch den Ascent Cup bereits im Rhythmus. Für seine Mannschaft sei das Spiel deshalb ein „Testspiel unter Wettkampfbedingungen ohne jeden Druck“. Dass der HRK Frankfurt beschäftigen kann, habe das 5:5 zur Halbzeit in der vergangenen Saison gezeigt. Einen Bonuspunkt hält Liebig diesmal dennoch für „sehr schwer“.

Personell kommen einige Altlasten hinzu. Haakon Oeß, Max Zahner und Aurel Knorr fehlen weiter verletzt. Lennox Wiese und Johannes Armbruster sind noch im Urlaub. Dafür drängen junge Spieler nach. Conrad Voigt und Karabo van Heerden stehen ebenso vor ihrem Debüt wie Stewart Falconer. Ben Sida braucht noch etwas Zeit. Linus Müller kehrt vom München RFC zurück. Liebig sieht darin eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges: „Wir scheinen also mit unserer Arbeit auf einem guten Weg zu sein.“

Klublegende Jörn Schröder und Matthias Liebig haben ihre Karriere beendet. Jaden Gliatis wechselte nach Frankreich. Der Kader wurde damit noch einmal jünger. Liebig hält ihn in Breite und Qualität trotzdem für verbessert. Als Minimalziel nennt er den Klassenerhalt. Die Spannweite darüber ist groß: „Von Platz 10 bis zu Platz 3 ist quasi alles möglich.“ Für das Finale erwartet Liebig die RG Heidelberg und Frankfurt 1880.


Münchener RFC

Der München RFC beginnt die neue Saison mit einem breiten Kader, aber auch mit einigen Fragezeichen. Die Vorbereitung lief nach Einschätzung von Trainer Alan Moughty gut. Im Mittelpunkt stand dabei die Anpassung des eigenen Spiels an das derzeit verfügbare Personal. Einige wichtige Spieler gehen angeschlagen in den Saisonstart.

Gleich zum Auftakt kommt der Rugby Club Luxembourg nach München. Der MRFC gewann das Duell dort in der vergangenen Saison mit 29:15, musste dafür aber lange arbeiten. Moughty erwartet erneut ein enges Spiel. „Unsere Spiele gegen Luxemburg waren in den vergangenen Jahren immer sehr umkämpft“, sagt er. „Wir rechnen wieder mit einer engen Partie.“

Darin sieht Moughty zugleich ein Muster für die gesamte Saison. „In der Bundesliga gibt es keine einfachen Spiele.“ München will deshalb weniger auf einzelne Gegner schauen als auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Der Trainer verweist dabei auf die Breite seines Kaders: „Unsere Priorität ist, in jedem Spiel konkurrenzfähig zu sein.“

Personell geht der MRFC trotzdem nicht ohne Verluste in die Saison. Einige erfahrene Spieler haben den Verein verlassen. Dafür rücken Talente aus der eigenen Jugend nach. Mehrere von ihnen seien inzwischen bereit, im Bundesligakader Verantwortung zu übernehmen. Für Moughty liegt darin eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Monate.


RG Heidelberg

Die RG Heidelberg will aus dem Aufschwung einen dauerhaften Zustand machen. In der vergangenen Saison arbeitete sich die RGH bis in die Spitzengruppe vor. Beim 34:14 in Neuenheim gelang ihr einer jener Siege, nach denen sich die Wahrnehmung einer Mannschaft verändert. Jetzt wächst auch der Kader: 20 neue Spieler stoßen hinzu. Fünf davon kommen nach Angaben von Trainer Gareth Jackson aus der eigenen Jugend.

Die Vorbereitung fiel allerdings kurz aus. Wegen der Siebener-Saison und der Finals in Hannover blieb wenig Zeit für den Wechsel ins Fünfzehnerrugby. Bei einem Vorbereitungsspiel musste Jackson zudem auf zahlreiche Stammkräfte verzichten. Sechs Spieler waren für die Adler XV nominiert. Gerade deshalb gefiel ihm der Test. „Wir wurden dort richtig gefordert. Im Nachhinein war das genau das, was wir gebraucht haben.“

Zum Auftakt wartet am Freitagabend gleich der SC Neuenheim. Mehr Anlauf braucht diese Saison für die RGH kaum. „Wir können es kaum erwarten“, sagt Jackson. „Wir haben die Liga vermisst, und es gibt keinen besseren Start als ein Lokalderby.“ Die Erinnerung an das 34:14 der vergangenen Saison dürfte dabei noch frisch sein. Ein konkretes Tabellenziel nennt Jackson nicht.

Beim Kader wird er deutlicher. „Bei der RGH herrscht gerade eine tolle Atmosphäre“, sagt der Trainer. Mehrfach hätten im Sommer rund 40 Spieler gleichzeitig trainiert. Nick Hill hält Jackson für „eine fantastische Verstärkung“. Der frühere Hamburger spielte zuletzt für die Adler XV und war bereits für die deutsche U20 im Einsatz. Auch Vincent Peterburs bringt U20-Erfahrung mit. Max Heid und Max Roddick wechseln vom SC Neuenheim zur RGH.

Dass der Verein inzwischen auch außerhalb Heidelbergs Spieler anzieht, zeigen weitere Zugänge. Anthony Bigley kommt von StuSta und will sich erstmals in der Bundesliga beweisen. Josh Harvey wechselt aus Hamburg. Stefan Darimont kennt Jackson ebenfalls aus seiner Hamburger Zeit. Dazu kommen Spieler wie Leon Reinhardt, der bislang noch kein Rugby gespielt hat, und William Hale, der während eines Studienjahres in Mannheim zur RGH stößt.

Trotz der vielen Zugänge setzt Jackson den Schwerpunkt auf den eigenen Unterbau. „Unser Hauptaugenmerk wird auf der Akademie im Verein und ihrer Entwicklung liegen“, sagt er. Gleichzeitig wolle die RGH Spieler aus der Region und aus anderen Teilen Deutschlands anziehen. Genau diese Mischung prägt den Kader, mit dem Heidelberg nun den nächsten Schritt versucht.


Hannover 78

Hannover 78 sucht nach einer Saison mit großen Ausschlägen vor allem eines: Konstanz. Zeitweise hielt sich der Klub in der Spitzengruppe, später geriet die Mannschaft mehrfach deutlich unter die Räder. Nun übernimmt Mark Kuhlmann. Der frühere Nationaltrainer kennt die Bundesliga, seine neue Mannschaft musste er zunächst kennenlernen.

„Unsere Vorbereitung war gut“, sagt Kuhlmann. Für ihn sei es dabei zunächst darum gegangen, „die Spieler kennenzulernen“. Ein Trainingsspiel gegen einen Zweitligisten aus Hannover brachte nur begrenzte Erkenntnisse. Wichtiger war, den vorhandenen Kader wieder in Form zu bringen. Genau dort setzt Kuhlmann vor dem ersten Spieltag an.

Der erste Spieltag führt 78 zum Berliner RC. Beide Mannschaften lieferten sich in der vergangenen Saison ein offenes Duell, das Hannover 40:29 gewann. Kuhlmann erwartet diesmal ein „hartes Auftaktlos“. Der BRC kommt mit Rückenwind aus dem Ende der vergangenen Saison und dürfte Hannover früh prüfen.

Sein Saisonziel formuliert Kuhlmann passend zur jüngsten Vergangenheit: „Ziel für die neue Saison ist konstante Leistungen auf Bundesliganiveau zu bringen, ohne so große Schwankungen wie in der Vorsaison.“ Mehr will er zunächst gar nicht festlegen. „Wir schauen von Spiel zu Spiel und somit liegt unser Fokus jetzt auf dem BRC.“

Im Kader richtet sich der Blick vor allem auf Kaspar Albrandt. Er kommt vom RK 03 Berlin und ist für Kuhlmann der bekannteste Neuzugang. Größer als einzelne Namen ist für den neuen Trainer derzeit die Aufgabe, die Mannschaft körperlich wieder auf Bundesliganiveau zu bringen.


Germania List

Der Sommer fiel für Germania List beinahe aus. Nach den Finals in Hannover, bei denen auch im Siebener-Rugby um deutsche Meistertitel gespielt wurde, blieben der Mannschaft nur zwei Wochen frei. Dann begann schon die Vorbereitung auf die Bundesliga. Johannes Augspurger nennt die Pause „sehr, sehr kurz“. Testspiele gab es keine. Dafür zog sich Germania am vergangenen Wochenende für zwei Tage ins Trainingslager zurück. „Es war sehr gut“, sagt der Trainer.

Zum Auftakt kommt der TSV Handschuhsheim. Augspurger freut sich, „dass es wieder losgeht“, und formuliert das erste Ziel ohne Umweg: „Wir wollen auf jeden Fall das erste Spiel auch gewinnen gegen einen starken Gegner.“ Nach Platz acht in der vergangenen Saison soll Germania diesmal einige Ränge nach oben. „3, 4 Plätze besser“ nennt Augspurger als Ziel. Der Blick geht „ins Mittelfeld mit Blick nach oben“.

Personell blieb der Kader weitgehend zusammen. Augspurger spricht von „ein, zwei Abgänge, ein, zwei Zugänge, aber nichts Großartiges“. Eine Personalie hebt er hervor. Felix Hufnagel hat mit dem Siebener aufgehört und spielt nun Fünfzehner. Augspurger nennt ihn mit einem Schmunzeln einen möglichen Neuzugang: „wenn man ihn als Neuzugang verkaufen will, ist natürlich Felix Hufnagel, Hufi“.


TSV Handschuhsheim

Beim TSV Handschuhsheim geht der Umbruch in die nächste Saison. Schon im vergangenen Jahr hatte der Verein begonnen, seine Herrenmannschaft zu verjüngen. Nun ist der Kader noch jünger geworden. Die starke Jugendarbeit liefert dafür die Grundlage, doch in der Breite fehlt es weiterhin an Spielern. Pressesprecher Moritz Bayer nennt die Vorbereitung deshalb „doch etwas durchwachsen“. Die noch laufenden Ferien in Baden-Württemberg verschärfen das Problem.

Auf Testspiele verzichtete der TSV. Für den Auftakt bei Germania List gibt Bayer die Linie mit „Holen, was geht“ vor. Druck verspürt Handschuhsheim dabei keinen. „Dennoch wollen wir alles reinwerfen“, sagt Bayer. Mit dem Beginn der Saison hofft er zugleich darauf, „dass dann mehr Zug dahinter kommt“.

Besonders im Sturm schmerzt ein Abgang. Danny Colgan, Prop und zugleich einer der regelmäßigen Versuchleger, ist nach Irland zurückgekehrt. „Gerade vorne im Sturm drückt etwas der Schuh bei uns“, sagt Bayer. Damit verliert Handschuhsheim einen Spieler an einer Position, an der der Kader ohnehin knapp besetzt ist.


RC Luxembourg

Luxemburg bekam nach dem letzten Spieltag noch einmal eine Chance. Der RCL beendete die vergangene Saison nach dem Fernduell mit dem Berliner RC auf dem letzten Platz. Weil kein Zweitligist aufsteigen wollte, blieb der Klub in der Bundesliga. Nun beginnt die neue Saison ausgerechnet auswärts. Dort tat sich Luxemburg zuletzt deutlich schwerer als zu Hause.

Zum Auftakt geht es nach München. Seit dem Wiederaufstieg hat der RCL gegen den München RFC noch nicht gewonnen. Trainer Antoine Alric sieht darin einen zusätzlichen Reiz. „Uns ist bewusst, dass die vergangene Saison deutlich unter unseren Erwartungen geblieben ist. Das wollen und müssen wir in dieser Saison korrigieren.“ Die Vorbereitung lief insgesamt gut, wurde durch unterschiedliche Urlaubszeiten aber immer wieder unterbrochen. Ein Testspiel kam deshalb nicht zustande.

Alric setzt zunächst auf Stabilität. Nach vielen Verletzungen und Abwesenheiten habe seiner Mannschaft zuletzt die Konstanz gefehlt. Jetzt gehe es darum, „wieder eine positive Dynamik zu entwickeln“. Dazu gehört für ihn auch, „wieder mehr Freude auf dem Platz zu haben“ und als Mannschaft enger zusammenzurücken. „Wenn uns das gelingt, werden die Ergebnisse mit der Zeit von selbst kommen.“

Der Kader blieb in weiten Teilen zusammen. Théo Scheer und Robin Dex sind ebenso weg wie Stefano Tosatti und Alex Brausch. Auch Killian Pellot und Jake Fawssett stehen nicht mehr zur Verfügung. Dafür sollen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs mehr Verantwortung übernehmen. Thomas Dunn kommt aus der U18. Melvil Ruppert und James O’Donogue gehen in ihre zweite Saison bei den Herren. Mit Will Verinder und Alessandro Martenotti kehren zudem zwei frühere Jugendspieler nach ihrem Studium zurück.

Neu dabei sind bislang Davide Boreo und Gianni Carena. Alric rechnet allerdings damit, dass sich noch etwas bewegt. Luxemburg könne finanziell keine Spieler gezielt von außerhalb holen. Dafür kämen immer wieder Spieler aus beruflichen Gründen ins Land. „Es kann also gut sein, dass sich unser Kader in den kommenden Wochen noch etwas verändert.“


Berliner Rugby Club

Der Berliner RC rettete sich in der vergangenen Saison spät. Lange verlor der BRC fast durchgehend, dann kamen die Siege gegen Luxemburg und am letzten Spieltag auswärts bei Germania List. In diesem Jahr dürfte der Traditionsverein erneut um den Klassenerhalt spielen. Die Mannschaft hat weitere erfahrene Spieler verloren, während aus der eigenen Jugend seit einigen Jahren weniger Leistungsträger nachrücken als früher.

Die Vorbereitung verlief dennoch ordentlich. Ein Test gegen RK 03 zeigte dem blutjungen Trainer Ares van Look einige Baustellen. Wichtiger war für ihn die Arbeit mit den beiden georgischen Trainern Zura Amonashvili und Toko. Amonashvili arbeitete zuvor als Verteidigungstrainer der georgischen U20 und später als Trainer der U18-Nationalmannschaft. Gemeinsam setzten beide in Berlin Schwerpunkte im Sturm, in der Verteidigung und am Kontaktpunkt. Für van Look waren das „frische und wichtige Akzente“.

Zum Auftakt kommt Hannover 78 an die Sachtlebenstraße. Beide Klubs kennen sich aus der früheren Nordliga und aus der vergangenen Bundesligasaison. Van Look erwartet wieder ein enges Spiel zwischen zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Ansätzen. „Meine Jungs haben auf jeden Fall Bock auf diesen Kampf“, sagt er. Entscheidend werde sein, „wer es am Ende mehr will und wer weniger Fehler macht“.

Über den Saisonauftakt hinaus ist für den BRC die nächste Generation noch wichtiger als ein Tabellenplatz. „Ganz klar Etablierung von Jugendspielern“, nennt van Look als Ziel. Einige ältere Spieler treten kürzer, andere sind nach einem Auslandsjahr wieder gegangen. Besonders schwer wiegt der Ausfall von Mathis Blume. Der ehemalige Nationalspieler, zuletzt der herausragende Spieler des BRC, fällt wegen eines Bandscheibenvorfalls im Nacken für die komplette Saison aus. Er bleibt dem Verein als Trainer der zweiten Mannschaft erhalten und soll dort junge Spieler auf den Herrenbereich vorbereiten.

Auch die erste Mannschaft arbeitet mit einer neuen Struktur. Ares van Look trägt dort die Hauptverantwortung. Jason McConnell-Leech unterstützt als Trainer dort, wo er gebraucht wird. Blume betreut die zweite Mannschaft, in der Spieler ab 16 Jahren Regionalliga spielen und an das Herrenrugby herangeführt werden sollen. „Das Setup ist natürlich ungewohnt“, sagt van Look, werde von der Mannschaft aber „sehr, sehr gut aufgenommen“.

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